Wenn die Kühlflüssigkeit langsam weniger wird, aber unter dem Auto keine deutliche Lache zu sehen ist, liegt das Problem oft an einer kleinen Undichtigkeit, die am heißen Motor verdampft, oder an einem Defekt, der sich erst unter Druck zeigt. Ziel dieser Anleitung ist nicht, vorschnell einen großen Defekt auszurufen, sondern zu helfen, sicher nützliche Spuren zu sammeln und zu unterscheiden, was du zu Hause prüfen kannst und was eine werkstattseitige Diagnose erfordert. Das Kühlsystem wird nicht am heißen Motor geöffnet und nicht wahllos mit irgendeiner Flüssigkeit aufgefüllt. Wenn der Motor die Temperatur erhöht, stark raucht oder schon kalt Druck im System aufbaut, sollte die Prüfung nicht aufgeschoben werden.
Es ist kein besonderes mechanisches Vorwissen nötig, aber du solltest nur am kalten Motor arbeiten und den Stand im Ausgleichsbehälter ruhig verfolgen können. Nützlich ist auch, wenn du eine gewöhnliche Kühlmittelnachfüllung von der Diagnose einer Undichtigkeit oder eines inneren Defekts unterscheiden kannst.
1 Prüfe nur am kalten Motor

Lass das Fahrzeug vollständig abkühlen, am besten über Nacht, und öffne erst dann die Motorhaube, um den Stand im Ausgleichsbehälter zu prüfen. Das Auto sollte eben stehen, denn schon eine leichte Neigung kann den Eindruck vom Stand verfälschen. Es ist gut, den Stand zu fotografieren oder das Datum zu markieren, damit du später nicht aus dem Gedächtnis beurteilen musst, ob der Rückgang echt ist oder nur so wirkt.
2 Suche nach Spuren eingetrockneten Kühlmittels

Untersuche die Schlauchverbindungen, den Kühler, das Thermostatgehäuse, die Wasserpumpe, den Verschluss und den Bereich um den Ausgleichsbehälter. Kleine Undichtigkeiten hinterlassen oft keine Lache, sondern einen weißen, rosafarbenen oder grünlichen Belag, eine klebrige Spur oder leichte Feuchtigkeit an der Verbindung. Achte besonders auf die Unterseiten der Schläuche und die Stellen unter den Schlauchschellen, denn dort bleibt eine Undichtigkeit oft verborgen, während von oben alles trocken wirkt.
3 Prüfe den Innenraum und die Abgase

Wenn im Innenraum ein süßlicher Geruch zu riechen ist, die Scheiben sich ungewöhnlich beschlagen oder der Teppich auf der Beifahrerseite feucht ist, fällt der Verdacht auf einen kleinen Heizungskühler. Andererseits können dichter weißer Rauch auch nach dem Warmlaufen, Blasen im Behälter oder eine emulsionsartige Spur auf ein ernsteres inneres Problem hindeuten. Wichtig ist, morgendlichen Dampf bei kaltem Wetter von anhaltendem weißem Rauch zu unterscheiden, der auch bei warmem Motor nicht verschwindet.
4 Beobachte Temperatur und Stand

Musst du das System auffüllen, verwende nur eine Flüssigkeit der passenden Spezifikation und mische nicht unverträgliche Typen nur, weil sie ähnlich aussehen. Beobachte nach dem Auffüllen während der Fahrt die Temperaturanzeige und prüfe den Stand erneut erst, wenn der Motor wieder vollständig kalt ist. Fällt der Stand schnell oder beginnt die Temperatur mehr zu schwanken als zuvor, ist das ein wichtigeres Signal als die nachgefüllte Menge selbst.
5 Fordere einen Drucktest des Systems an

Wenn die Prüfung zu Hause keine klare Ursache findet, ist der nächste sinnvolle Schritt ein Drucktest des Kühlsystems am kalten Motor. So lässt sich leichter eine kleine Undichtigkeit am Kühler, an der Pumpe, am AGR-Kühler, am Verschluss oder an einer Verbindung finden, die sonst unsichtbar bleibt. Das ist deutlich zuverlässiger als der wahllose Austausch von Schläuchen, Verschluss oder Thermostat ohne Bestätigung.
Endkontrolle
- Der Kühlmittelstand wurde ausschließlich am kalten Motor und auf ebenem Untergrund beobachtet.
- Verbindungen, Schläuche, Kühler, Verschluss und der Bereich um die Wasserpumpe wurden auf Spuren eingetrockneten Kühlmittels untersucht.
- Es wurde geprüft, ob es Spuren im Innenraum oder ungewöhnlichen weißen Rauch nach dem Warmlaufen des Motors gibt.
- Es ist klar, ob das Problem eine weitere werkstattseitige Prüfung unter Druck erfordert, statt eines wahllosen Teileaustauschs.
Häufige Probleme
- Der Stand fällt einmal etwas unter die Markierung, und es ist unklar, ob das ein Defekt oder normal ist.
- Deshalb wird der Stand mehrere Tage unter denselben Bedingungen beobachtet, am kalten Motor und auf ebenem Untergrund. Eine einzelne grobe Ablesung reicht nicht für eine Schlussfolgerung, aber ein wiederholter Rückgang ist bereits ein Signal für eine weitere Prüfung.
- Das System wird ständig aufgefüllt, aber die Ursache wird nicht gesucht, weil unter dem Auto keine Lache ist.
- Viele kleine Undichtigkeiten verdampfen an heißen Teilen oder hinterlassen nur einen Belag an den Verbindungen. Dass keine Lache da ist, bedeutet nicht, dass keine Undichtigkeit besteht.
- Es wird irgendein Kühlmittel derselben Farbe nachgefüllt, das gerade zur Hand war.
- Die Farbe ist kein verlässlicher Beleg für Verträglichkeit. Man sollte die Herstellerspezifikation beachten, denn eine falsche Kombination kann den Schutz verschlechtern und Ablagerungen im System verursachen.
