Vibrationen beim Bremsen sind kein Defekt, den man aufs Geratewohl erraten sollte, denn ein ähnliches Symptom können Bremsscheiben, Radnaben, Reifen, das Fahrwerk und sogar ein nach dem Radwechsel schlecht aufsitzendes Rad verursachen. Diese Anleitung ist deshalb diagnostisch: Ziel ist es, richtig zu beschreiben, wo und wann die Vibration auftritt, statt zu Hause vorschnell zu entscheiden, dass sicher die Bremsscheiben schuld sind. Ist die Vibration stark, zieht das Auto zur Seite oder tritt sie zusammen mit geschwächter Bremswirkung auf, sollte das Fahrzeug nicht ohne Kontrolle weiter bewegt werden.
Besonderes mechanisches Wissen ist nicht nötig, aber Sie sollten das Symptom ruhig beobachten und Vibrationen im Lenkrad, im Pedal und in der Karosserie unterscheiden können. Hilfreich ist auch zu wissen, wann man sofort anhalten sollte, statt das Problem durch immer aggressiveres Bremsen zu 'testen'.
1 Bestimmen Sie, wo Sie die Vibration spüren
Spüren Sie die Vibration am stärksten im Lenkrad, richtet sich der Verdacht eher auf die Vorderachse. Vibriert eher der Sitz oder die gesamte Karosserie, kann die Spur von der Hinterachse oder einem anderen Teil der Baugruppe kommen. Ein pulsierendes Bremspedal kann auf die Bremsscheiben hinweisen, aber vergessen Sie auf glatter Fahrbahn nicht, das normale Arbeiten des ABS zu berücksichtigen.
2 Prüfen Sie Reifen und Radschrauben
Kontrollieren Sie am kalten Fahrzeug Luftdruck, Beulen, Beschädigungen und den Zustand der Lauffläche. Begann das Problem sofort nach dem Abnehmen eines Rades oder einer Reifenmontage, prüfen Sie zuerst, ob die Felge richtig auf der Nabe aufsitzt und die Schrauben korrekt angezogen sind. Vibrationen beim Bremsen decken manchmal ein Problem auf, das nicht an den Bremsen, sondern am Rad selbst liegt.
3 Untersuchen Sie die Bremsscheiben ohne Zerlegen
Schauen Sie durch die Felge, ob tiefe Riefen, blaue überhitzte Zonen, ein ausgeprägter Rand oder Risse an der Scheibe zu erkennen sind. Das ist keine vollständige Diagnose, aber ein guter Hinweis darauf, ob die Bremse bereits unter schlechten Bedingungen gearbeitet hat. Eine optisch ebene Scheibe kann trotzdem einen seitlichen Schlag haben, deshalb ist es wichtig, nicht vorschnell allein nach dem Aussehen zu urteilen.
4 Verknüpfen Sie das Symptom mit Geschwindigkeit und Temperatur
Notieren Sie, ob die Vibration nur bei leichtem Bremsen, erst bei höherer Geschwindigkeit oder wenn die Bremsen heiß gefahren sind auftritt. Dieses Muster sagt der Werkstatt viel, denn es grenzt ein, ob Scheibe, Nabe, Bremssattel oder ein Teil des Fahrwerks betroffen ist. Provozieren Sie das Problem nicht absichtlich mit immer stärkerem Bremsen, nur um es 'besser zu spüren'.
5 Lassen Sie Bremsen und Fahrwerk vermessen
Der richtige nächste Schritt ist die Messung von Dicke und seitlichem Schlag der Bremsscheiben sowie die Kontrolle von Radnaben, Bremssätteln, Lenkern und Spurstangen. Bremsscheiben aufs Geratewohl zu wechseln löst das Problem oft nicht, wenn die Ursache eine verschmutzte Nabe, ein festsitzender Bremssattel oder ein verschlissenes Fahrwerk ist. Deshalb ist es wichtiger, die Ursache zu bestätigen, als das erste Teil zu bestellen, das logisch klingt.
Endkontrolle
- Es ist klar, wo die Vibration am stärksten spürbar ist: im Lenkrad, im Pedal oder in der Karosserie.
- Reifen, Radschrauben und sichtbare Spuren an den Bremsscheiben wurden geprüft.
- Es wurde festgehalten, wann das Problem auftritt: bei welcher Geschwindigkeit, Bremsintensität und Bremstemperatur.
- Der nächste Schritt ist eine bestätigte Kontrolle von Bremsen und Fahrwerk, keine wahllose Teilewechsel.
Häufige Probleme
- Sofort werden neue Bremsscheiben bestellt, sobald das Auto beim Bremsen vibriert.
- Das ist ein häufiger Fehler, da dasselbe Symptom auch Radnabe, Bremssattel, Rad oder Fahrwerk verursachen können. Ohne Messung und Kontrolle wird leicht das falsche Teil gewechselt.
- Die Vibration trat nach dem Radwechsel auf, und sofort wird auf die Bremsscheiben getippt.
- Es lohnt sich, zuerst zu prüfen, ob die Felge gut aufsitzt und die Schrauben richtig angezogen sind. Ein schlecht aufsitzendes Rad kann ein Bremsenproblem sehr überzeugend vortäuschen.
- Die Vibration wird mit immer stärkerem Bremsen 'getestet', um das Symptom deutlicher zu machen.
- Dieser Ansatz belastet nur zusätzlich eine verdächtige Baugruppe und kann das Problem verschlimmern. Ruhige Beobachtung des Symptoms genügt; die Bestätigung der Ursache gehört zur Kontrolle.