Wackelige Schranktüren und lose Griffe sind die häufigsten Mängel an alten Möbeln. Die Reparatur dauert fast immer nur etwa eine halbe Stunde und ist kein Grund für einen Neukauf. Durch das Festziehen von Schrauben, das Reparieren ausgenudelter Löcher und das Schmieren von Scharnieren verhilfst du den Türen wieder zu einem reibungslosen Öffnen und bündigen Schließen. Das ist die schnellste und günstigste Restaurierung, die du durchführen kannst.
Es reicht aus, auf grundlegendem Niveau mit Schraubendreher und Bohrmaschine umgehen zu können.
1 Problemdiagnose
Schließe die Tür und prüfe, ob sie hängt, die Nachbartür berührt oder nicht bündig am Korpus anliegt – das zeigt dir, ob das Problem an losen Schrauben, der Einstellung oder einem abgenutzten Scharnier liegt.

? Tipp: Nimm beim Kauf neuer Scharniere das alte mit ins Geschäft, um sicherzustellen, dass du den identischen Typ und die identische Größe kaufst.
2 Lose Schrauben festziehen
Versuche zuerst einfach alle sichtbaren Schrauben an Scharnieren und Griffen mit einem Schraubendreher festzuziehen – oft ist das alles, was zur Lösung des Problems erforderlich ist.

3 Ausgenudeltes Schraubenloch reparieren
Wenn die Schraube nicht hält, weil das Loch im Holz ausgenudelt ist, fülle es mit in Holzleim getauchten Zahnstochern, lasse es trocknen, schneide den Überstand ab und drehe die Schraube wieder in das so verstärkte Loch.
4 Einstellen moderner Scharniere
Drehe bei modernen Scharnieren mit drei Einstellschrauben an der entsprechenden Schraube: Eine bewegt die Tür nach links-rechts, die zweite nach oben-unten und die dritte regelt die Tiefe, d. h. wie eng die Tür am Korpus anliegt.

5 Abgenutztes Scharnier ersetzen
Wenn das Scharnier quietscht, knackt oder trotz Einstellung nicht mehr fest hält, schraube es vollständig ab und ersetze es durch ein neues mit denselben Abmessungen und Tragkraft, wobei du nach Möglichkeit die vorhandenen Löcher verwendest.

6 Schmieren beweglicher Teile
Trage einen Tropfen Silikonöl oder Spezialspray auf die Scharniergelenke und Schlossmechanismen auf, um Quietschgeräusche zu beseitigen und die Bewegung zu erleichtern.

7 Ersetzen und Ausrichten von Griffen
Wenn du Griffe austauschst, überprüfe vor dem Kauf den Abstand zwischen den Schraubenlöchern (Standardabstände sind 64, 96 oder 128 mm), damit der neue Griff in die vorhandenen Öffnungen passt, oder bohre bei Bedarf neue Löcher.

Endkontrolle
- Alle Schrauben sind fest angezogen und halten – die reparierten Löcher geben nicht nach, wenn du an der Tür oder dem Griff ziehst
- Die Türen lassen sich leicht und leise öffnen und schließen, ohne zu quietschen oder zu klemmen, und hängen gerade im Verhältnis zu den Nachbartüren
- Die Griffe sind ausgerichtet und befinden sich an allen Türen und Schubladen auf derselben Höhe
Häufige Probleme
- Die Schraube dreht sich im ausgenudelten Loch nur durch und lässt sich nicht festziehen
- Das Loch ist erweitert und das Gewinde findet keinen Halt. Drehe die Schraube heraus, drücke mit Holzleim bestrichene Zahnstocher oder Holzstäbchen in das Loch, brich den Überstand ab, lasse den Leim trocknen und drehe die Schraube wieder hinein – die Schraube hat nun wieder festes Holz zum Greifen.
- Die Tür hängt auch nach dem Festziehen aller Schrauben schief – eine Ecke steht ab oder schleift am Rahmen
- Wenn es sich um moderne Scharniere (Topfbänder) handelt, verwende die Einstellschrauben am Scharnier selbst – eine bewegt die Tür nach links-rechts, die zweite nach vorne-hinten, die dritte nach oben-und-unten. Lege bei alten Flachscharnieren dünne Pappe unter ein Scharnier oder vertiefe dessen Einlass, damit die Tür gerade sitzt.
